"Mit HIV kann man leben. Weitersagen!"

3. November 2017 Kampagne zum Welt-AIDS-Tag am 01.12.2017 gestartet

Am 26. Oktober 2017 erfolgte in Berlin der Startschuss für die diesjährige Informationskampagne zum Welt-AIDS-Tag. Bildnachweis: © Sandra Kühnapfel (v.l.) Testimonial Lillian, Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister, Testimonial Christoph.

Verunsicherung, Angst und Vorurteile in der Bevölkerung führen immer noch dazu, dass Menschen aufgrund Ihrer HIV-Infektion ausgegrenzt werden. Immer noch wird hinter dem Rücken von Menschen mit HIV getuschelt, der Kontakt mit ihnen wird gemieden und in einigen Fällen ist sogar der Arbeitsplatz in Gefahr. 

Die diesjährige Kampagne will deshalb Berührungsängste abbauen und zeigen, dass positiv zusammen lebenzwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist.

Die Kampagne inszeniert authentische HIV-positive Protagonisten in alltäglichen Lebenssituationen. Die Protagonisten sind in ihren jeweiligen Alltag integriert, gehen selbstbewusst mit HIV um und erfahren durch ihr Umfeld eine solidarische und unterstützende Haltung. So wird deutlich, dass Zurückweisung und Ausgrenzung aufgrund einer HIV-Infektion sowie die Angst davor angesichts einer verbesserten medizinischen Versorgungslage für viele Betroffene heute meist schwerer wiegen als die gesundheitlichen Folgen der Infektion.

Zum Kampagnenstart am 26.10.2017 erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „Deutschland gehört dank der erfolgreichen Präventionsarbeit und der guten Behandlung zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. Diese Anstrengungen müssen kraftvoll fortgesetzt werden mit dem Ziel, die Zahl der Ansteckungen weiter zu senken. Dazu gehört auch, über die Krankheit zu informieren und so Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit HIV-infizierten Menschen abzubauen, damit ein vorurteilsloses Zusammenleben zur Selbstverständlichkeit wird.“

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betont: „Dank des medizinischen Fortschritts gibt es mittlerweile effektive Therapiemöglichkeiten der chronischen HIV- Infektion. Dennoch sterben jedes Jahr in Deutschland immer noch Menschen an AIDS. Rund 1.200 Menschen erfahren jedes Jahr erst von ihrer HIV-Infektion, wenn sie bereits das Vollbild der Erkrankung beziehungsweise einen schweren Immundefekt haben. Oft gehen Menschen zu spät oder gar nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, bei einer entsprechenden Diagnose von anderen ausgegrenzt zu werden. Die gemeinsame Kampagne zielt deshalb darauf ab, mit bundesweiten Plakaten und Informationsangeboten Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV als Ursache von Diskriminierung abzubauen.“

Björn Beck vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe erklärt: „Es wird Zeit, dass in der Öffentlichkeit deutlich wird: Menschen mit HIV können heute bei rechtzeitiger Diagnoseund Therapie leben wie andere Menschen auch. Das gilt für alle Lebensbereiche: Es gibt keine Einschränkungen im Beruf oder in der Freizeit. Dank der Schutzwirkung der HIV-Medikamente können HIV-Positive und ihre Partnerinnen und Partner ohne Angst ihre Sexualität genießen und sogar auf natürlichem Wege Kinder zeugen und zur Welt bringen. Viele Menschen mit HIV erleben allerdings noch immer Diskriminierung, zum Beispiel Zurückweisung im Gesundheitswesen, Nachteile am Arbeitsplatz oder Schuldzuweisungen in der Familie.“ 

Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, sagt: „Trotz der weitgehenden Normalisierung in der Lebensführung der meisten Infizierten, gibt es nicht wenige Menschen, denen es aufgrund von HIV/AIDS gesundheitlich und materiell schlecht geht. Die Diskriminierung HIV-positiver Menschen wirkt sich negativauf ihre seelische und körperliche Gesundheit aus. Können HIV-Positive aufgrund von starken gesundheitlichen Einschränkungen dauerhaft nicht berufstätig sein, bedroht dies ihre materielle Sicherheit und psychische Gesundheit. Erhalten die chronisch kranken Menschen aufgrund ihrer Erwerbsbiografie dauerhaft nur geringe Leistungen, sind sie auf die Hilfe der Deutschen AIDS-Stiftung angewiesen.“

Noch immer wissen viele Menschen nicht, dass mittlerweile dank einer verbesserten medizinischen Versorgungslage ein weitgehend normales Leben mit HIV möglich ist. Viele haben aus Unkenntnis Ängste und wissen nicht, dass HIV im normalen Umgang von Menschen im Beruf, im Alltag und in der Freizeit nicht übertragen wird. Ziel der gemeinsamen Informationskampagne des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) ist es daher, Unsicherheiten gegenüber Menschen mit HIV abzubauen.

Im Mittelpunkt der bundesweiten Kampagne stehen drei Personen mit HIV: Lillian (47), Christoph (31) und Henning (32). Sie zeigen, dass man mit HIV ein normales Leben führen und ohne Ängste zusammen leben kann. Lillian fragt: „Gegen HIV hab ich Medikamente. Und Deine Solidarität?“. Henning fügt hinzu: „Mit HIV kann ich alt werden. Noch Fragen?“ Christoph motiviert mit der Botschaft: „Mit HIV kann ich leben. Weitersagen!“

Die Plakatmotive werden durch Onlineangebote und Aktionsmaterialien ergänzt. Die Gemeinschaftskampagne wird unterstützt vom Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. und dem Fachverband Außenwerbung e. V.

Pressematerialien:

www.welt-aids-tag.de/presse

www.bzga.de/presse/pressemotive/welt-aids-tag

Die Pressefotos des Kampagnenstarts sind unter www.welt-aids-tag.de/presse abrufbar.

Die Kampagne im Netz:

Auf der Internetseite www.welt-aids-tag.de gibt es neben vielen Informationen auch Aktionsmaterialien wie Flyer, Plakate, Anzeigen und Webbanner, die man kostenlos für eigene Aktionen bestellen und downloaden kann. Auf Facebook (www.facebook.com/WeltAidsTag) und bei Twitter (@weltaidstag.de) werden weitere Inhalte rund um die Themen der Motive angeboten.

Die diesjährige Solidaritäts-Kampagne will Berührungsängste abbauen und zeigen, dass positiv zusammen leben zwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist.

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