Pressemitteilung: Aidshilfe vor neuen Herausforderungen Deutsch-Österreichischer Aids-Kongress zeichnet Gesundheitsprojekte aus Niedersachsen aus

26. Juni 2019

Niedersächsische Delegation beim DÖAK
Niedersächsische Delegation beim DÖAK

(Hannover, 26. Juni 2019) Große Ehre und Anerkennung für die Arbeit der Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V. (AHN): Mit fünf Beiträgen waren Aktivist*innen der Selbsthilfeorganisation auf dem 9. Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress (DÖAK) in Hamburg vertreten. Während des wichtigsten HIV-Symposiums im deutschsprachigen Raum wurden zwei der als Poster präsentierten AHN-Präventionsprojekte mit ersten Preisen ausgezeichnet.

„Wir haben mit allen unseren Beiträgen zu regen Diskussionen über Schwerpunkt- und Zukunftsthemen in der Aidsarbeit unter den 750 Teilnehmer*innen aus Wissenschaft und Communities beigetragen. Besonders freue ich mich darüber, dass unser aktuelles Konzept der Interkulturellen Gesundheitstage für migrierte Familien und die 2018 in Niedersachsen gestartete, bewusst provokant betitelte Anti-Stigma-Kampagne ‚Fick positiv‘ preisgekrönt wurden“, sagte AHN-Geschäftsführerin Christin Engelbrecht am Mittwoch in Hannover.

Erste Preise für „your Health – your Rights“ und „Fick positiv“
Für ihren innovativen Präventionsansatz, Aufklärungstage für Migrant*innen-Familien in den Kommunen mit einem für Frauen und Männer getrennten Programm inklusive hochwertiger Kinderbetreuung und gemeinsamen Essen anzubieten, erhielten Ingrid Mumm und ihr Team den mit 1.500 € dotierten Preis der Hector Stiftung. Mumm leitet das landesweite AHN-Projekt „your Health – your Rights“. Andreas Paruszewski, Landeskoordinator von SVeN (Schwule Vielfalt erregt Niedersachen) und seine Mitarbeiter*innen bekamen für die 2018 erstmals während der Christopher Street Days präsentierten Anti-Stigma-Kampagne „Fick positiv“ – sie beruht u.a. auf der Erkenntnis „nicht nachweisbar = nicht übertragbar“* – den mit 750 € dotierten Posterpreis der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG). Die DAIG richtet gemeinsam mit ihrem Österreichischen Pendant den DÖAK aus. Darüber hinaus hatte die AHN Poster eingereicht zum Austausch von niedersächsischen Fachkräften der HIV-Prävention und der Infektionsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover mit Eastern Cape (Südafrika), zu einer Smartphone-App als Unterstützung bei der neuerdings verfügbaren HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP)** und zur Analyse der rückläufigen Einnahmen der Aidshilfen. 

(Mehr Information zu den fünf Projekten, die die AHN während des DÖAK 2019 präsentiert hat, finden Sie in der Postersammlung, s. Dropbox-Link weiter unten).

Dezentrale Infrastruktur für kompetente Aidshilfearbeit sichern
„Die niedersächsischen Aidshilfen sind grundsätzlich gut aufgestellt für die zukünftige Entwicklung. Es gibt aber weiterhin viel zu tun“, betont Prof. Dr. med. Matthias Stoll, Vorstandsmitglied der AHN, Leitender Oberarzt an der Klinik für Immunologie und Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die neuen Paradigmen ‚Schutz durch Therapie‘* und ‚Prä-Expositionsprophylaxe für Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko‘**für die Primärprävention der HIV-Infektion, bis vor kurzem noch die alleinige Domäne der Kondomnutzung, seien mittlerweile in den Fokus der systematischen medizinischen Erforschung und Verantwortung gerückt. „Das bedeutet mehr Aufklärungs- und Beratungsbedarf für die Selbsthilfeorganisationen. Damit diese auch im Flächenland Niedersachsen angeboten und sichergestellt werden können, muss die dezentrale Infrastruktur der kompetenten Aidshilfearbeit aufrechterhalten und gepflegt werden“, fordert toll. Unter dem Titel „prepared“ haben die Präventionsorganisationen mehrerer Bundesländer bereits eine ergänzende Smartphone-App entwickelt, die die Klienten über Risiken aufklärt, an die Einnahme der PrEP und die begleitend notwendigen Untersuchungstermine erinnert. Nach erfolgreichem Testlauf soll die App im September freigeschaltet werden.

Die Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e. V. (AHN) ist der Dachverband der zehn niedersächsischen Aidshilfen sowie der Infoline in Celle, der Beratungsstelle für Prostituierte Phoenix e.V., dem Ethnomedizinischen Zentrum und der Akademie Waldschlösschen.

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Druckfähige Bildmotive und die fünf eingereichten Poster (PDF) zur anlassbezogenen honorarfreien Verwendung finden Sie hier (Fotos: AHN):
https://www.dropbox.com/sh/g7rhzcq20xpmcj9/AAAyXVwaZmlpFV1o3owuf1N4a?dl=0

Motiv 1: Die Delegation der Aidshilfe Niedersachsen (AHN) beim DÖAK 2019 in Hamburg (v.li.): Dirk Bothe (Aktivist der Braunschweiger Aidshilfe), Christin Engelbrecht (AHN-Geschäftsführerin), Dr. med. Christine Knuth (Fachärztin für Innere Medizin, Medizinische Hochschule Hannover), Andreas Paruszewski (Landeskoordinator SVeN/AHN), Ingrid Mumm (Landeskoordinatorin „your Health – your Rights“/AHN). Nicht im Bild: Prof. Dr. med. Matthias Stoll, Vorstandsmitglied der AHN, Leitender Oberarzt an der Klinik für Immunologie und Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Motiv 2: Ingrid Mumm leitet das landesweite AHN-Projekt „your Health – your Rights“. Sie koordiniert die von der AHN entwickelten, preisgekrönten „Interkulturellen Familiengesundheitstage“ in den niedersächsischen Kommunen.
Motiv 3: Dr. med. Christine Knuth (Fachärztin für Innere Medizin, Medizinische Hochschule Hannover) ist die erste Medizinerin, die an dem interdisziplinären Austauschprogramm der AHN und der MHH mit Südafrika teilgenommen hat.
Motiv 4: Andreas Paruszewski, Landeskoordinator von SVeN (Schwule Vielfalt erregt Niedersachen), stellte beim DÖAK die bewusst provokant formulierte Anti-Stigma-Kampagne „Fick positiv“ vor.
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Medienkontakt
Christin Engelbrecht
Geschäftsführung Aidshilfe Niedersachsen e.V. (AHN)
Schuhstr. 4, 30159 Hannover
Tel. 0511 / 13 22 12 01
engelbrecht@niedersachsen.aidshilfe.de, www.niedersachsen.aidshilfe.de

Spenden: Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V., Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE30 2512 0510 0007 4106 01