Pressemitteilung: Familienseminar auf dem Segelschiff Wilhelmina – individuelle Wege im Umgang mit der HIV-Infektion finden

2. August 2018 Spendenfinanzierter Segeltörn in der Nordsee stärkt Kinder und Eltern / Familien mit HIV leiden unter vielfältigen Nöten und Ängsten / mit professioneller Unterstützung Entlastungsstrategien entwickeln / behutsam mit der bitteren Wahrheit „Aids“ umgehen

Ansicht des Schiffes bei der Ankunft der Teilnehmer*innen
Ansicht des Schiffes bei der Ankunft der Teilnehmer*innen

(Hannover, 30. Juli 2018) Familien, die mit der HIV-Infektion der Mutter, des Vaters oder des Kindes klarkommen müssen, stehen unter enormem physischen, psychischen, zumeist auch wirtschaftlichen Druck. Die Unsicherheiten darüber, ob und wie selbst innerhalb der eigenen Familie über die bittere Wahrheit „Aids“ gesprochen werden sollte, aber auch die Angst, diskriminiert und isoliert zu werden, belasten extrem und kosten viel Energie. Der Wunsch nach Normalität ist groß. Mit Hilfe von Spenden konnte das landesweite Netzwerk „Aids, Kinder und Familie“ der Aidshilfe Niedersachsen (AHN) jetzt zum dritten Mal in Folge einen Segeltörn durch das Ijsselmeer (Friesland/Nordholland) für betroffene Familien organisieren. Kooperationspartnerin war in diesem Jahr die Braunschweiger Aidshilfe.

Normalität und Solidarität erfahren
Sieben Mütter und Väter, zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis zwölf Jahren stachen am 9. Juli 2018 in Harlingen Haven gemeinsam mit Kinderbetreuerin Marie Hinnrichs, Ingrid Mumm (Projektleitung AHN) und einer Fachreferentin in See. Bei herrlichem Wetter verbrachte die Gruppe fünf erlebnisreiche Tage an Bord des Flachseglers „Wilhelmina“. Im Mittelpunkt stand das Thema „Resilienz“: Edith Ahmann, Heilpraktikerin und Geschäftsführerin des Frauen- und MädchenGesundheitsZentrum (FMGZ) der Region Hannover, entwickelte mit den Familien individuelle Strategien, um Ängste, Sorgen und Nöte zu formulieren und die eigenen Ressourcen in schwierigen Lebenslagen besser nutzen zu können. Die Kinder und Jugendlichen haben die Crew des Zweimastklippers tatkräftig beim Segelsetzen, Deckschrubben und Kochen unterstützt, tolle Abenteuer an Land und auf dem Wasser erlebt, neue Freundschaften geschlossen, Normalität, Entlastung und Solidarität erfahren. Am Ende ging die „Mannschaft“ gestärkt und glücklich von Bord.

Herausforderungen super gemeistert
„Fünf Tage gemeinsam auf einem Segelschiff, beengt und wenig komfortabel, waren eine Herausforderung, die die Gruppe super gemeistert hat. Am Ende gaben Eltern und Kindern ein rundum positives Feedback mit dem Wunsch, im nächsten Jahr erneut mitreisen zu dürfen“, erzählt Ingrid Mumm. Besonders gefreut hat sich die AHN-Projektleiterin
über einen Vater, der bereits im Vorjahr mit seinem Sohn an Bord war. Trotz großer Angst vor der Offenbarung der eigenen HIV-Infektion konnte er mit dem Teenager darüber vor wenigen Monaten endlich offen sprechen. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn sei jetzt wesentlich entspannter und intensiver, berichtet Mumm.

Eltern und Kinder stark machen
„Leider werden HIV-positive Eltern und ihre Kinder heute immer noch diskriminiert. Mein Ziel ist es, Mütter, Väter und Kinder stark zu machen, damit sie trotz HIV-Infektion
selbstbewusst auftreten können“, sagt Ingrid Mumm. Seit September 2013 baut die Landeskoordinatorin von „Aids, Kinder und Familie“ dieses spezielle Selbsthilfe-Netzwerk für
Kinder und Familien in Niedersachsen auf. Sie empfiehlt, frühzeitig und offen in der Familie zu reden: Einem HIV-positiven Vierjährigen kann beispielsweise erklärt werden, dass mit seinem Blut etwas nicht stimmt und er deshalb Medikamente nehmen muss. Erst ab dem zehnten Lebensjahr sollte das Wort „HIV“ ins Gespräch kommen. So sind die Kinder gegen verbale „Angriffe von außen“ argumentativ gewappnet. Um weitere dringend notwendige Unterstützungsangebote für Familien mit HIV machen zu können, bittet Mumm um Spenden für das Netzwerk:

Spendenkonto
Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V.
Konto „Kinder & HIV“
IBAN: DE35251205100007410608
BIC: BFSWDE33HAN (Hannover)
Bank: Bank für Sozialwirtschaft
Das Onlinespendenformular finden Sie hier.

Interviewanfragen/Information
Ingrid Mumm, Landeskoordination „Aids, Kinder und Familie“
Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V. (AHN)
Telefon 0511 13 22 12-08
Mobil 0176 50 94 16 21
mumm@niedersachsen.aidshilfe.de
www.niedersachsen.aidshilfe.de
www.positive-network.de

Motive mit Bildunterschriften vom aktuellen Segeltörn zur einmaligen honorarfreien Verwendung im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung (Fotos: Aidshilfe Niedersachsen
AHN) finden Sie hier: https://www.positive-network.de/galerie/?gallery=09-13-07-2018-familiens...