Pressemitteilung: Ministerpräsident Weil besucht HIV-Ambulanz in Eastern Cape - Telemedizinischer Austausch wird Leben retten

14. Mai 2018

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat während seiner Delegationsreise durch die Metropolregion East-London der südafrikanischen Partner-Provinz Eastern Cape am Mittwoch auch die Ärztin Christine Knuth (li.) getroffen.

Von Südafrika lernen – Wissen teilen: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat während einer Delegationsreise durch die südafrikanische Partner-Provinz Eastern Cape (5. bis 13. Mai) eine HIV-Ambulanz in East-London besucht. Am Mittwoch traf er dort die hannoversche Medizinerin Christine Knuth. Sie ist seit Ende März 2018 vor Ort und die erste Ärztin bundesweit, die mit Unterstützung der Medizinischen Hochschule Hannover und der Aidshilfe Niedersachsen ihre Facharztausbildung zur Immunologin in den Einrichtungen des staatlichen „Frere Hospital“ in Südafrika abschließen wird. 

„Ich bin tief beeindruckt, wie effektiv die Mediziner in East-London jeden Tag Hunderte von Patienten beraten, auf HIV/Aids testen und therapieren. Der zwischen dem Land Niedersachsen und unserer Partner-Provinz Eastern Cape vereinbarte Medizinische Austausch ist ein zukunftsweisendes Projekt mit großem Nutzen für beide Seiten. Ich bin sicher, dass wir diese Kooperation in den kommenden Jahren weiter vertiefen können“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil während des Rundgangs durch die Tagesklinik in Duncan Village.

Bundesweit einmaliges Pilotprojekt
Der Landesverband Aidshilfe Niedersachsen (AHN) hat in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erstmals eine Fachärztin nach Eastern Cape in Südafrika geschickt. Bundesweit einmalig: Die 54-Jährige Christine Knuth vervollständigt dort ihre Weiterbildung zur Infektiologin und arbeitet an fachspezifischem Lehrmaterial. Trotz kleineren technischen und organisatorischen Schwierigkeiten sei es mittlerweile gelungen, erste Erfahrungen und Bildmaterial nach Hannover zu übermitteln, berichtet Knuth.

„Importierte“ Infektionen schneller erkennen
Das Projekt deckt einen zunehmenden Bedarf, der durch die Migrations- und Fluchtbewegungen entsteht. „Neben HIV/Aids und schweren Tuberkulosen haben wir es immer häufiger mit für uns noch seltenen Arten von Wundbrand, Wurmbefall und durch Parasiten verursachten Infektionen zu tun“, berichtet Prof. Dr. Matthias Stoll. Der leitende Oberarzt der MHH-Klinik für Immunologie und Rheumatologie ist zurzeit der einzige Mediziner in Niedersachsen, der für diese infektiologische Weiterbildung in Niedersachsen von der Ärztekammer ermächtigt ist. „Wir haben nur sehr, sehr wenige weiterbildungsermächtigte Infektiologen in der Inneren Medizin. Wir waren bis Ende 2017 bundesweit Schlusslicht mit nur einem Arzt in Niedersachsen und holen jetzt auf“, sagt Stoll. Mit dem Austauschprogramm würden nicht nur die fachlichen Defizite in der Versorgung von „importierten“ Infektionskrankheiten gedeckt, sondern auch der transkulturelle Zugang zu neuen Patientengruppen verbessert.

Win-Win-Situation für Südafrika und Niedersachsen
Das südafrikanische AIDS Council, das Land Niedersachsen und die Aidshilfe Niedersachsen engagieren sich gemeinsam für ein zukunftsweisendes Projekt mit großem Nutzen für alle Beteiligten: Südafrika bekommt wertvolle Anregungen für eine moderne zielgruppenspezifische HIV-Präventionsarbeit – angehende Mediziner in Deutschland werden in die Lage versetzt, seltene Infektionskrankheiten schnell zu erkennen und zu behandeln. Bereits 2017 hatte das Land die beteiligte Klinik in East-London mit der notwendigen Hard- und Software für eine Telematik-Plattform sowie weiteren Hilfsmitteln ausgestattet.
 
Details zum Medizinischen Austausch und dem aktuellen Pilotprojekt finden Sie hier.
Die Pressemitteilung als PDF-Datei finden Sie hier.

Medienkontakt
Prof. Dr. Matthias Stoll, leitender Oberarzt der MHH-Klinik für Immunologie und Rheumatologie und ehrenamtliches Vorstandsmitglied Landesverband Aidshilfe Niedersachsen (AHN), nur mobil erreichbar unter 0176 15329672.

Druckfähige Bildmotive aus Eastern Cape zur honorarfreien Verwendung (Fotos: Pörksen): https://www.dropbox.com/sh/lwrndovx47twheg/AAAyF3SDKmBF3SEYN9lqBkx6a?dl=0

Bildunterschriften
Motiv 1: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat während seiner Delegationsreise durch die Metropolregion East-London der südafrikanischen Partner-Provinz Eastern Cape am Mittwoch auch die Ärztin Christine Knuth (li.) getroffen. Die Internistin und Intensivmedizinerin ist seit Ende März 2018 vor Ort und die erste Ärztin bundesweit, die mit Unterstützung der Medizinischen Hochschule Hannover und der Aidshilfe Niedersachsen ihre Facharztausbildung zur Immunologin in den staatlichen HIV-Ambulanzen und Tageskliniken des „Frere Hospital“ in Südafrika abschließen wird. 

Motiv 2: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Gespräch mit Prof. Chris Horsfall, Leiter der Inneren Abteilung des „Frere Hospital“ in East-London.

Motiv 3: Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil zu Besuch in einer HIV-Tagesklinik in Duncan Village.